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Weitere Aspekte bei der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen

 

Ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt oder ein plötzlicher Herztod sind nicht nur in Deutschland, sondern in allen westlichen Industrienationen die Todesursache Nummer eins. In einer Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover trat zu Tage, dass es eine mögliche genetische Ursache gibt, an Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken. Arteriosklerose, also eine Erkrankung, bei der sich die Blutgefäße verschließen ist eine der möglichen Ursachen für eine Herz-Kreislauferkrankung. Wenn man unter dieser Erkrankung leidet, dann ist die Sauerstoffversorgung der Organe, besonders des Herzens und des Gehirns, beeinträchtigt. Lange Zeit galten Risikofaktoren wie zum Beispiel Cholesterin, Bluthochdruck und Diabetes als der Auslöser für Arteriosklerose. Nun aber wurde von Forschern der Medizinischen Hochschule Hannover heraus gefunden, dass auch Entzündungsprozesse im Körper für die Krankheit Arteriosklerose verantwortlich sind. So wurde bei Blutuntersuchungen von Patienten festgestellt, dass Patienten, die an Arteriosklerose leiden, die Werte von APP vielfach höher sind als die Werte von gesunden Patienten. Bisher wurde nur in einem Tiermodellversuch nachgewiesen, dass die Bildung von Arteriosklerose verhindert werden kann, wenn man die Konzentration von APP im Blut senkt. Damit diese Erkenntnisse jetzt auch auf den Menschen übertragen werden können, arbeiten die Forscher verstärkt mit anderen Einrichtungen zusammen. Ziel soll sein, dass durch neue medikamentöse Therapieansätze die Entzündungen gehemmt werden sollen, um so auch eine Ursache für Herz-Kreislauferkrankungen auszuschalten.

Eine weitere Ursache für Herz-Kreislauferkrankungen, die oft unterschätzt wird, ist der Cholesterinwert. Denn nur die wenigsten Menschen in Deutschland kennen überhaupt ihren Cholesterinwert. Viele Menschen wissen noch, dass zu viel Cholesterin schlecht für den Körper ist, aber dass es zu den gefährlichsten Risikofaktoren für die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen gehört, wissen die meisten schon wieder nicht mehr. Zunächst einmal ist Cholesterin eine der Grundsubstanzen des menschlichen Organismus, weil alles menschliche Gewebe zu einem Teil aus Cholesterin besteht. Cholesterin nimmt der Mensch zum einen über die Nahrung und zum anderen über die Leber auf. Umgangssprachlich wird immer zwischen gutem und schlechtem Cholesterin, also HDL und LDL Cholesterin unterschieden. Dabei ist LDL für den Transport des Cholesterins zu den Körperzellen verantwortlich. Erst wenn eine Zelle kein Cholesterin mehr aufnehmen kann, wird das überschüssige Cholesterin in die Blutbahn abgegeben, wo es sich dann in den Gefäßen ablagern kann. Das hat erst einmal zur Folge, dass sich die Blutgefäße verengen, und dadurch kann es dann im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt beziehungsweise Schlaganfall kommen.

Bei erhöhten Cholesterinwerten kann es jahrelang dauern, bis sie überhaupt entdeckt werden. Unerwünscht hohe Cholesterinwerte können eigentlich ganz einfach mit der richtigen Ernährung und genügend Bewegung bekämpft werden. So haben zum Beispiel einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren einen positiven Einfluss auf den Cholesterinwert. Auch Vitamine, Ballaststoffe und Mineralstoffe in Form gesunder und ursprünglicher Lebensmittel haben den gleichen Effekt auf den Körper. Dabei ist es besonders wichtig, dass jeder seinen Cholesterinwert kennt um ihn rechtzeitig beeinflussen zu können. Kommen noch weitere Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauferkrankung wie etwa Diabetes, Übergewicht oder Rauchen hinzu, so sind die Kontrollen des Cholesterinwertes doppelt wichtig. Herz-Kreislauferkrankungen kann man somit durch die richtige Ernährung, regelmäßige Bewegung und Cholesterinkontrollen vorbeugen. Und selbstverständlich kann man mit diesen Maßnahmen auch die drohenden Spätfolgen eventuell verhindern.