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Übergewicht als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Übergewicht oder sogar Adipositas, also Fettsucht, ist ein nicht zu unterschätzendes Gesundheitsrisiko. Unsere moderne Ernährung ist geprägt von zu viel Zucker und zu viel Fett. Darüber hinaus wird das natürliche Sattsignal des Körpers oft nicht mehr wahrgenommen, es wird zu viel gegessen. Das Zuviel an Nährstoffen wird jedoch nicht vollständig wieder ausgeschieden. Insbesondere Fett oder Nahrungsbestandteile, die sich im Körper zu Fett umbauen lassen, werden für „schlechte Zeiten“ als Fettdepots eingelagert. Allerdings: die „schlechten Zeiten“ gibt es heute bei uns nicht mehr. Das Überangebot an Essen ist groß, es wird – zumindest in den Industrieländern – wohl kaum zu einer Hungersnot kommen. In Deutschland sind mehr als 20 % der Bevölkerung von Übergewicht oder Adipositas betroffen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen ist die Entwicklung besorgniserregend.

Das Übergewicht kann zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Zunächst werden vielleicht nur die Beweglichkeit und die Belastbarkeit eingeschränkt. Dadurch kann allerdings ein Teufelskreis entstehen. Der Körper wird unbeweglicher, weniger belastbar, Sport wird zur Qual. Bequemlichkeit führt dann dazu, dass der Körper noch weniger bewegt wird. Das kann dann zur Folge haben, dass das Übergewicht noch weiter steigt, wodurch die Unbeweglichkeit und die mangelnde Belastbarkeit noch weiter zunehmen. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, muss am Anfang sehr viel Disziplin aufgebracht werden.

Durch das erhöhte Gewicht ist natürlich das Herz-Kreislauf-System stark in Mitleidenschaft gezogen. Übergewichtige Menschen haben ein wesentlich höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben als Menschen, die normalgewichtig sind. Das Herz muss bei einem höheren Körpergewicht mehr arbeiten, es muss mehr Körpermasse mit Blut versorgen, es muss mehr Körpermasse mit Sauerstoff versorgen und auch mehr Körpermasse bewegen. Der Blutdruck steigt durch das Übergewicht, was das Herz noch zusätzlich belastet. Das Risiko an koronaren Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz zu erkranken steigt ebenso wie das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Mit steigendem Übergewicht steigt auch das Schlaganfallrisiko.

Das Übergewicht alleine ist meist gar nicht das große Problem, sondern die Ernährung, die zu diesem Übergewicht geführt hat. Wer zu viel, zu fett und zu süß isst, hat meist auch erhöhte Blutfettwerte. Dieses Blutfett lagert sich in den Gefäßen ab und führt zu Gefäßverengungen. Diese begünstigen dann wieder die Entstehung von Herzinfarkt oder Schlaganfall. Außerdem fehlen bei einseitiger Ernährung oft wichtige Vitamine und Spurenelemente, die notwendig sind, um andere Nährstoffe in der Nahrung besser aufnehmen zu können.

Die einzige Möglichkeit, aus diesem Teufelskreis herauszukommen, ist das Gewicht zu reduzieren. Eine Umstellung der Ernährung auf fettarme, abwechslungsreiche Kost mit viel Obst und Gemüse, dazu moderate Bewegung, um für mehr Grundumsatz des Körpers zu sorgen, sind der richtige Weg, das Übergewicht zu reduzieren und langfristig Herz und Kreislauf etwas Gutes zu tun.

Eine solche Maßnahme sollte immer nur unter ärztlicher Begleitung erfolgen!

Dabei sollte niemand Wunder erwarten. Wer sich über Jahre hinweg falsch ernährt hat und an Gewicht immer weiter zugelegt hat, kann nicht erwarten, dass er mit einer Wunderdiät die ganzen Kilos innerhalb kürzester Zeit wieder verliert. Eine Gewichtsreduktion von 500 bis 1000 Gramm pro Monat ist vollkommen ausreichend. So wird der Körper nicht noch zusätzlich belastet, denn eine Diät bedeutet natürlich auch immer Stress für den Körper, da er plötzlich mit einem scheinbaren Mangel konfrontiert wird. Eine solche Gewichtsreduktion sollte, vor allem wenn es sich um deutliches Übergewicht handelt, immer unter ärztlicher Kontrolle oder zumindest nach einer gründlichen ärztlichen Untersuchung erfolgen.