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Familiäre Veranlagung – einer der Gründe für Herz-Kreislauferkrankungen

 

Mittlerweile sind die Ursachen für Herz-Kreislauferkrankungen sehr gut erforscht, obwohl es in vielen Teilbereichen immer noch neue Erkenntnisse gibt und dementsprechend immer weiter geforscht wird. Doch die wichtigsten Gründe für diese Erkrankungen sind ausreichend bekannt und können deshalb auch gut behandelt werden. Bei den Ursachen der Herz-Kreislauferkrankungen stehen die so genannten ursächlichen Risikofaktoren an erster Stelle. Bei diesen Risikofaktoren, zu denen auch Übergewicht und Rauchen zählen, ist es erwiesen, dass sie unmittelbar an der Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen beteiligt sind. Es wurden sehr große bevölkerungsbezogene Studien durchgeführt um die Bedeutung dieser Risikofaktoren zu belegen. Grundsätzlich ist davon auszugehen, wenn nur einer der ursächlichen Risikofaktoren, wie etwa Übergewicht, vorliegt, dann kommt es unter bestimmten Umständen zu Ablagerungen in den Gefäßen. Gibt es in der familiären Anamnese schon Personen mit Herz-Kreislauferkrankungen, so ist es durchaus möglich, dass schon bei Kindern und Jugendlichen Ablagerungen in den Gefäßen vorhanden sind. Herz-Kreislauferkrankungen zeichnen sich durch einen fast lebenslangen Krankheitsprozess aus, und zu einem bestimmten Zeitpunkt tritt die Erkrankung an die Oberfläche.

Nicht selten ist es ein katastrophales Ereignis, wie etwa ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt, das dem Betroffenen offenbart, dass er überhaupt unter einer Herz-Kreislauferkrankung leidet. In solchen Fällen ist das Gefäßsystem aber schon so stark befallen, dass eine Behandlung sehr schwierig bis unmöglich ist. Deswegen wird in der Medizin versucht die Krankheit schon dann zu behandeln, wenn sich die Ablagerungen beginnen zu entwickeln. Tatsächlich gibt es Menschen, die unter keinem der ursächlichen Risikofaktoren leiden. Diese Menschen werden kaum je unter einer Herz-Kreislauferkrankung leiden und haben außerdem noch eine höhere Lebenserwartung als der Rest der Bevölkerung. Allerdings liegt der Anteil dieser Menschen in den westlichen Industrienationen gerade mal zwischen fünf und zehn Prozent. Aber diese Menschen geben ein Beispiel dafür, was man erreichen kann, wenn man die ursächlichen Risikofaktoren frühzeitig behandelt.

Die Liste der Risikofaktoren, die zu Herz-Kreislauferkrankungen führen, wird immer länger. Noch wichtiger erscheint allerdings die Beobachtung, dass es neben den ursächlichen Risikofaktoren auch so genannte prädisponierende Risikofaktoren gibt. Um es einfach auszudrücken, hierbei handelt es sich um Risikofaktoren, die die schädliche Wirkung der anderen Faktoren noch verstärken. Dazu zählen unter anderem eine familiäre Veranlagung, Bewegungsmangel und negativer Stress. Von diesen prädisponierenden Faktoren ist die familiäre Veranlagung der Faktor, den man eigentlich gar nicht beeinflussen kann. Auch die anderen Faktoren sind nicht immer leicht zu beeinflussen. Doch in diesem Bereich kann man durch eine gesunde Lebensführung, die auch eine gesunde Ernährung mit umfasst, schon sehr viel zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen tun.

Das heißt also, einige Risikofaktoren muss man als gegeben hinnehmen, wie etwa die familiäre Veranlagung. Umso wichtiger wird es dann die Risikofaktoren schärfer ins Auge zu fassen, die man positiv beeinflussen kann. Bei einem Herzinfarkt zum Beispiel ist der wichtigste Risikofaktor das Rauchen. Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern ein viel höheres Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden. Bei Frauen hingegen ist der Risikofaktor Nummer eins eine Diabetes Erkrankung. Frauen mit Diabetes haben ein viermal so hohes Risiko einen Herzinfarkt zu bekommen, wie Frauen, die nicht an Diabetes leiden. Das heißt also, man sollte Risikofaktoren, die man beseitigen kann unbedingt beseitigen, damit die anderen nicht mehr eine so verheerende Wirkung haben.