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Diabetes – die Volkskrankheit des 21. Jahrhunderts

 

Obwohl es unglaublich klingt muss man bei Diabetes oder der Zuckerkrankheit, wie das Krankheitsbild im Volksmund heißt, schon von einer Epidemie sprechen. Allein in Deutschland sind weit über sieben Millionen Menschen aufgrund von Diabetes in Behandlung. Es ist aber davon auszugehen, dass die Dunkelziffer derjenigen, die unter Diabetes leiden, noch weitaus höher ist. Doch Diabetes als Krankheitsbild beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, sondern die Krankheit ist diejenige, die sich weltweit am schnellsten ausbreitet. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass dieser dramatische Anstieg der weit verbreiteten Überernährung und somit der Fettleibigkeit geschuldet ist. Hauptrisikofaktoren von Diabetes waren, sind und bleiben Übergewicht und Bewegungsmangel.

Das Fatale an Diabetes ist, dass die Krankheit sehr lange Zeit überhaupt keine Beschwerden verursacht. So wissen viele Diabetiker schlicht und einfach nicht, dass ihr Blutzucker aus dem Gleichgewicht geraten ist. Acht Prozent der Diabetiker in der Altersgruppe der 55- bis 74jährigen wissen nicht, dass sie an dieser Krankheit leiden. Dabei ist in dieser Gruppe schon das Risiko einen Herzinfarkt zu erleiden stark erhöht. Zu den akuten Beschwerden bei einer Diabetes Erkrankung gehören unter anderem Müdigkeit, Durst, häufiges Wasserlassen, Brechreiz, Sehstörungen und trockene Haut. Doch vor allem die Folgeerkrankungen sind es, die den Ärzten und Patienten Sorge bereiten. Wenn man unter Diabetes leidet, dann werden vor allem die kleinen Gefäße in Augen, Nieren und Füßen schlecht durchblutet. Die Folgen davon sind Nierenschäden, eingeschränktes Sehvermögen, Fußprobleme und ein erhöhtes Risiko für Infarkte. Lassen sich Diabetiker nicht ärztlich behandeln, dann besteht für sie eine erhöhte Gefahr an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben.

In der Medizin unterscheidet man zwischen dem Diabetes Typ I und dem Typ II. Der Typ I ist vermutlich eine Autoimmunkrankheit, die primär Kinder und Jugendliche trifft. Aber auch Erwachsene sind vor einem Typ I Diabetes nicht gefeit. Wer an diesem Typ der Diabetes leidet, dessen Körper produziert nicht mehr genügend Insulin, so dass der Blutzuckerspiegel nicht mehr ausreichend gesenkt werden kann. Der Körper versucht dann auf anderen Wegen Energie zu produzieren, so dass es auf Dauer zu einer langsamen Vergiftung mit Abfallprodukten des Stoffwechsels kommt. Um dem entgegen zu steuern müssen Diabetiker des Typ I dem Körper lebenslang Insulin zuführen. Ansonsten führt die Überzuckerung unweigerlich zur Bewusstlosigkeit, die als diabetisches Koma bezeichnet wird.

Der Diabetes Typ II war früher auch unter dem Namen Altersdiabetes bekannt. Von dieser Form der Diabetes sind meistens Erwachsene betroffen. Das liegt wohl auch daran, dass der Diabetes Typ II wesentlich stärker erblich bedingt ist als der Typ I. Das Krankheitsbild sieht beim Typ II so aus, dass die Bauchspeicheldrüse zwar noch Insulin produziert, dies aber zeitlich verzögert abgibt oder das Insulin keine ausreichende Wirkung zeigt. Da der Blutzuckerspiegel vor allem nach dem Essen stark ansteigt, begünstigen Übergewicht und mangelnde Bewegung diesen Typ der Diabetes. Wenn man sich überlegt, dass etwa dreißig bis 40 Prozent der Deutschen eine Erbanlage für Diabetes Typ II in sich tragen und dann noch die Umweltfaktoren Bewegungsmangel und Übergewicht dazu kommen, dann ist es nicht verwunderlich, dass die Krankheit bei vielen auch irgendwann ausbricht. Um den Diabetes zurück zu halten oder besser einzustellen helfen vor allem eine vernünftige Ernährung und mehr körperliche Bewegung.