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Herz-Kreislauferkrankungen: Bluthochdruck

 

Aufgrund des heutigen, oftmals hektischen, Lebenswandels und vielfach falscher Ernährung hat die Zahl der Herz-Kreislauferkrankungen, besonders die des Bluthochdrucks, in alarmierendem Maße zugenommen.

Hoher Blutdruck, der auch als Hypertension oder Hypertonie bezeichnet wird, ist eine ernsthafte medizinische Erkrankung, die zu Herz- und Nierenversagen, Schlaganfall, Herzinfarkt und im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen kann, wenn sie unbehandelt bleibt.

Jedesmal wenn das Herz schlägt, pumpt es Blut in die großen Blutgefäße, die das Gewebe und die Organe mit Blut und Sauerstoff versorgen. Verlieren die Blutgefäße ihre Elastizität oder sind sie durch Gefäßablagerungen verengt, muss das Herz stärker pulsieren und der Blutdruck steigt.

Durch den so entstandenen, übermäßigen Druck werden aber nicht nur langfristig die Gefäße, sondern auch lebenswichtige Organe wie etwa das Herz und die Nieren geschädigt. Deshalb kommt es vor, dass ein zu hoher Blutdruck oftmals erst dann bemerkt wird, wenn bereits Schäden an den Organen entstanden sind.

Ob ein Bluthochdruck vorliegt, wird anhand von zwei Werten bei der Blutdruckmessung bestimmt, wobei der erste als systolischer und der zweite als diastolischer Wert bezeichnet wird. Der normaler Blutdruck eines Erwachsenen liegt bei etwa 120/80 mmHg. Bei einem hohen Blutdruck liegt der systolische Wert bei mehr als 160 oder der diastolische Druck bei mehr als 100.

Bluthochdruck ist eine stille oder unscheinbare Erkrankung, die nicht immer mit Symptomen einhergeht, aber trotzdem zu einen lebensbedrohlichen Zustand werden kann. In der Regel wird der Blutdruck durch das Nervensystem reguliert, doch Stress, falsche Ess- und Lebensgewohnheiten genau wie zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol oder Übergewicht können zu einem hohem Blutdruck führen.

Deshalb ist es ratsam, schon ab dem 18. Lebensjahr regelmäßig Blutdruckmessungen vornehmen zu lassen, um so die Risiken eines Bluthochdrucks so frühzeitig wie möglich zu erkennen und entsprechend zu minimieren.

Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sind nur einige der allgemein auftretenden Beschwerden, die vom einem hohen Blutdruck verursacht werden können. Die Wahrscheinlichkeit eines Bluthochdrucks ist außerdem erhöht, wenn bereits andere Faktoren wie etwa Diabetes, Übergewicht, Anspannung und Stress gegeben sind.

Eine pulmonale Hypertension ist eine eher seltenere Art der Blutgefäßerkrankungen, die die Lunge beeinträchtigt. Der Druck, der sich in den pulmonalen Arterien bildet (ein Blutgefäß, das vom Herzen zur Lunge führt) steigt erheblich an und kann unter bestimmten Umständen ebenfalls lebensbedrohlich werden. Es gibt mehrere bekannte Symptome, die auf eine pulmonale Hochdruckerkrankung hinweisen können, wie zum Beispiel Atemnot, Erschöpfung, Schwindelanfälle, Schmerzen im Brustbereich oder sogar Ohnmachtsanfälle.

Um dem Bluthochdruck vorzubeugen oder ihn wirksam zu bekämpfen, gibt es eine ganze Reihe von Dingen, die man selbst tun kann. Dabei ist es besonders wichtig, die eigenen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sehr genau und kritisch zu betrachten, und diese dann entsprechend anzupassen oder zu verbessern.

Da Raucher weitaus anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Arteriosklerose sind, sollte man unbedingt mit dem Rauchen aufhören, denn es schädigt und verhärtet die Arterien und verschlechtert folglich den Blutdruck.

Übergewicht sollte unbedingt reduziert werden, da die meisten übergewichtigen Menschen erwiesenermaßen einen zu hohen Blutdruck haben und schon eine Verringerung der täglichen Kalorienzufuhr sowie der Verzicht auf Schokolade, fettige Speisen und Junk-Food hilfreich sein kann.

Auch die Reduktion der Salz- oder Natriumzufuhr kann den Blutdruck senken. Natrium ist in kleinen Mengen in nahezu allen Lebensmitteln enthalten, auch in Milch- und Fleischprodukten sowie im Trinkwasser. Darüber hinaus wird es auf vielfältige Art und Weise vielen Nahrungsmitteln zugesetzt.

Der menschliche Körper benötigt Natrium für den Flüssigkeitshaushalt, aber zu viel Natrium kann zu unerwünschten Wasserablagerungen im Körper und zu Folgeerkrankungen führen. Beim Einkauf von Lebensmitteln sollte man deshalb besonders sorgfältig die Etiketten lesen und sich für Nahrungsmittel mit einem möglichst niedrigen Natriumgehalt entscheiden. Ratsam ist ein Konsum von nicht mehr als 2.000 Milligramm oder einen Teelöffel Salz pro Tag. Frisches Obst und Gemüse sollten in jedem Fall fester Bestandteil der täglichen Ernährung sein und der Fleischkonsum reduziert werden.

Auch Lebensmittel, die viel Cholesterin und gesättigte Fettsäuren enthalten, sollte man meiden, denn Cholesterin führt bekanntlich zu Arteriosklerose.

Empfehlenswert hingegen sind kaliumreiche Nahrungsmitteln, da Kalium den Blutdruck nachweislich effektiv reguliert. Nahrungsmittel wie etwa Wassermelonen, Bananen, Orangen, Kartoffeln und Spinat enthalten hohe Mengen an Kalium.

Da Koffein einen Anstieg des Blutdrucks bewirkt, empfiehlt es sich Kaffee, Tee sowie Softdrinks die Koffein enthalten, nur in geringen Mengen zu konsumieren. Der Alkoholkonsum sollte strikt eingeschränkt und nach Möglichkeit viel Wasser getrunken werden, da dies die Durchblutung entscheidend verbessert und somit den Blutdruck senkt.

Stressbewältigung und Entspannung durch Atemübungen, Yoga, Meditation oder einfach nur Musik hören, helfen den Blutdruck zu senken und die alltäglichen Dinge ruhiger und gelassener anzugehen.

Äußerst empfehlenswert ist zudem eine leichte sportliche Betätigung. Schon dreißig Minuten täglich, zum Beispiel Aerobic-Übungen, ein flotter Spaziergang oder Jogging sind oft ausreichend.