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Bewegungsmangel als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Der Trend zu mehr sitzenden Tätigkeiten im Berufs- und Arbeitsleben sowie verändertes Freizeitverhalten führen in der modernen Industriegesellschaft zu Bewegungsmangel. Immer weniger Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt mit körperlicher Arbeit, so dass die Notwendigkeit, sich zu bewegen um zu überleben, immer geringer wird. So kommt es zu Bewegungsmangel. Der Körper wird permanent zu wenig belastet, die Organe, allen voran das Herz, der Kreislauf und natürlich die Muskeln werden zu wenig gefordert. Sie verlieren dadurch an Leistungsfähigkeit.

Dieser Bewegungsmangel führt natürlich oft zu Übergewicht mit all seinen Folgen. Bewegungsmangel ist, gemeinsam mit Rauchen und falscher Ernährung, die Hauptursache für die sogenannten Zivilisationskrankheiten, wie Bluthochdruck, koronare Herzerkrankungen oder ein geschwächtes Immunsystem. Insbesondere bei Kindern ist dieses Phänomen zu beobachten. Entgegen dem natürlichen Bewegungsdrang sitzen viele Kinder vor dem Fernseher, dem Computer oder der Spielekonsole. Immer mehr Kinder werden dadurch übergewichtig.

Die Folgen durch den Bewegungsmangel können besorgniserregende Ausmaße annehmen. Beispielsweise wird die Stützmuskulatur nicht mehr richtig trainiert, der Herzmuskel arbeitet sozusagen untertourig, und auch das Herz-Kreislauf-System läuft nur noch auf Sparflamme. Die Muskulatur verkümmert regelrecht. Es kann zu Herzmuskelschwäche oder gar Muskelschwund kommen. Der Körper wird dadurch nicht mehr richtig mit Sauerstoff versorgt, das Herz kann seine Arbeit nicht mehr richtig erledigen. Außerdem werden dann auch die Abfallstoffe aus dem Körper nicht mehr richtig beseitigt, biochemische Vorgänge im Körper geraten ins Stocken, die Blutfette stauen sich im Körper, es kommt zu Arteriosklerose und eventuell auch zu Gallensteinen. Ebenso verlangsamt sich die Verdauung, Stoffwechselprozesse werden noch langsamer, schädliche Stoffe verbleiben länger im Körper, das Risiko für Krebs steigt.

Wer kurzatmig wird, weil der Herzmuskel überlastet ist, wird sich natürlich noch weniger bewegen. Zum einen, weil es sehr anstrengend ist und zum anderen aus Angst. So entsteht noch mehr Bewegungsmangel. Aber genau das ist der falsche Weg. Wer an Bewegungsmangel und dessen Folgen leidet, darf sich nicht noch weiter schonen. Damit werden die Symptome nur noch verschlimmert, und die Lebensqualität verschlechtert sich noch weiter. Um zu verhindern, dass der Stoffwechsel noch weiter aus dem Ruder läuft, ist moderate Bewegung besonders wichtig.

Natürlich kann jetzt keiner einen Marathon erwarten, vor allem dann nicht, wenn der Bewegungsmangel schon zu ersten Krankheitsanzeichen geführt hat. Bereits mit kleinen Veränderungen im täglichen Leben kann viel bewirkt werden. So sollte beispielsweise das Auto möglichst oft stehen bleiben. Kurze Wege können gut zu Fuß bewältigt werden oder mit dem Fahrrad. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind eine gute Alternative. Zwischendurch ein kleiner Spaziergang, beispielsweise in der Mittagspause oder am Abend, bringt den Kreislauf etwas in Schwung und trägt mit dazu bei, wieder etwas Spannung in die trägen Muskeln zu bekommen.

Diese Bewegung wird sich nicht nur auf den Körper auswirken. Stress wird dabei auch abgebaut, körperliche Aktivität führt zum Ausstoß von Endorphinen, den Glückshormonen, die wesentlich dazu beitragen, die Laune zu heben. Wer nicht gerne alleine unterwegs ist, sollte sich mit Freunden zusammentun oder einem Sportverein beitreten. Möglichkeiten gibt es viele. Dafür muss man sich aber erst einmal in Bewegung setzen. Abgesehen von den direkten Auswirkungen auf die Gesundheit führt Sport gemeinsam mit Gleichgesinnten zu mehr sozialen Kontakten. Wer diese Kontakte nicht nur per Telefon oder Internet pflegt, wird dadurch ganz sicher in Bewegung bleiben.