Leistungen > Stationäre Leistungen > Herzschrittmacher


Implantation Herzschrittmacher

 

Viele haben ihn heute, und schon manchem hat er das Leben gerettet – der Herzschrittmacher. Damit das Herz seinen Dienst dauerhaft erfüllen kann, muss es regelmäßig schlagen. Schlägt es zu langsam, führt das zu Beschwerden. Setzt es gar ein paar Schläge aus, kann das zu Bewusstseinsverlust führen.

Liegt ein solcher Fall vor, dann wird im Allgemeinen zu einem Herzschrittmacher geraten. Die Störungen im Leitungssystem des Herzens können somit behoben werden. Die Funktionsweise eines Herzschrittmachers besteht darin, dass er einen elektrischen Impuls abgibt, der den Herzmuskel dazu bringt, wieder zu schlagen bzw. das im richtigen Takt zu tun.

So klein Herzschrittmacher heute durch den Fortschritt der Technik sein können: Er muss bestimmte Teile enthalten, um seinen Dienst erfüllen zu können. Das ist zum einen ein Aggregat, das mehrere Teile enthält. Dazu gehören die Batterie, die Elektronik und der Impulsgenerator. Heute ist diese Gesamtheit nur noch so groß wie eine Streichholzschachtel und wird unter die Haut verpflanzt. Um den Weg zum Herz zu überbrücken, werden ein oder zwei Kabel (das variiert von Modell zu Modell) durch eine Vene zum Herz geleitet. Hier werden sie im Muskelgewebe verankert. Durch diese Verbindung erhält das Aggregat Informationen über den Herzrhythmus. Weicht dieser vom Normal ab, dann gibt der Herzschrittmacher seine Impulse ab. Heute gilt das als um einen kleiner operativer Eingriff.

Dabei wird unterhalb des Schlüsselbeines eine regelrechte „Tasche“ gemacht. Hier wird der Herzschrittmacher eingesetzt. Die dünnen Elektroden werden durch ein Röntgengerät überwacht, während sie in das Herz geschoben werden. Dort werden sie im Muskelgewebe verankert. Schließlich wachsen diese Verankerungen im Herzmuskel fest. Der Eingriff ist nach einer halben bis einer Stunde vorüber. Heute handelt es sich dabei um einen recht risikolosen Eingriff. Es gibt geringe Komplikationsmöglichkeiten, wie bei jeder OP. Hier kann zum Beispiel die Lunge verletzt werden oder eine Wundinfektion auftreten. Unter Umständen verrutschen die Elektroden und müssen noch einmal neu platziert werden.

Die Möglichkeit, einen Herzschrittmacher zu implantieren hat im Lauf der letzten Jahrzehnte einen enormen Fortschritt genommen. Der erste Herzschrittmacher wurde 1958 eingesetzt. Nur 3 Jahre später fand eine solche OP zum ersten Mal in Deutschland statt. Damals war dafür eine OP am offenen Herzen nötig, und der Herzschrittmacher hatte eine Batterielaufzeit von 18 Monaten.

Heute gibt es fünf verschiedene Herzschrittmacherarten, die sich dadurch unterscheiden, wo sie die Stimulation des Herzens vornehmen. Dabei gibt es beispielsweise die transkutane Art und die intrakardiale Stimulation durch das Implantat. Es gibt viele verschiedene Herzschrittmacher, so die Ein-und Zweikammerschrittmacher sowie die Dreikammerschrittmacher.

Kritische Stimmen bemängeln, dass von manchen Geräten elektromagnetische Felder ausgehen können, die vorübergehend den Herzschrittmacher stören. Das macht sich beim Patienten mit Schwindel und Herzklopfen bemerkbar. Träger von Herzschrittmachern sollten ein MRT meiden, jedoch sind Röntgenstrahlen ungefährlich. Handys sollten 20 Zentimeter Abstand zum Gerät haben. Die Schnurlostelefone sind aber unbedenklich. 15 bis 20 Zentimeter Abstand ist auch zu folgenden Geräten empfohlen: Bohrmaschinen und Funksprechgeräte, Lötkolben und Heizkissen, Fernsteuerungen und Magnete. In einer wissenschaftlichen Studie hat man festgestellt, dass es theoretisch möglich wäre, dass Computerhacker Geräte wie Herzschrittmacher gezielt manipulieren können und somit Attentate auf Träger solcher Geräte möglich wären. Bekannt sind solche Fälle allerdings nicht.