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Langzeit-Blutdruckmessung

 

Der Blutdruck oder Gefäßdruck ist der vom Herzen ausgehende und in den Blutgefäßen erzeugte Druck. Dabei handelt es sich nicht um einen gleich bleibenden Wert, sondern um einen Wert, der sich im Tagesverlauf ständig verändert. Er ist abhängig von der Herzleistung, dem Gefäßwiderstand und einigen, komplizierten Regelsystemen im Körper. Auch körperliche Anstrengung oder Aufregung können die Werte verändern. Die Messung des Blutdrucks ist sehr einfach, risikolos und gibt Aufschluss über Herz- und Kreislauffunktionen.

Bei einer Langzeit-Blutdruckmessung wird prinzipiell genauso vorgegangen wie bei einer normalen Blutdruckmessung. Am Oberarm wird eine Manschette angebracht, etwa zwei Fingerbreit von der Ellenbeuge entfernt. Die Manschette wird dann so lange aufgepumpt, bis kein Blut mehr durch den Oberarm fließt. Das Ablassen der Luft vermindert dann den Druck in der Manschette. Ab einem bestimmten Druck in der Manschette kann das Herz wieder Blut in die zusammengedrückte Arterie pumpen. Bei modernen Geräten werden zum Teil elektronische Druckabnehmer genutzt. Während einer Langzeit-Blutdruckmessung werden die Werte, die bei den Messungen alle 15 Minuten tagsüber und alle 30 Minuten nachts gemessen werden, gespeichert. So kann ermittelt werden, wie sich die Blutdruckwerte in einem normalen Tagesablauf verändern und wann es zu Anomalien kommt.

Das 24-Stunden-Blutdruckmessgerät ist mit einer aufblasbaren Gummimanschette ausgestattet, die über das Messgerät elektronisch gesteuert aufgeblasen wird. Sobald das Gerät anfängt zu pumpen, sollte sich die Manschette ungefähr in Herzhöhe befinden und der Arm möglichst ruhig gehalten werden. Während des Autofahrens ist es ratsam, kurz rechts ran zu fahren. Kommt es zu wiederholten Messungen in kürzeren Zeitabständen, könnte die Manschette verrutscht sein, daher ist es ratsam von Zeit zu Zeit den Sitz der Manschette zu kontrollieren. Wenn keine Fehlfunktion erkennbar ist, sollte der Arzt kontaktiert werden.

Eine Langzeit-Blutdruckmessung wird immer dann angeordnet, wenn eine Verlaufskontrolle bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder eine Erfolgskontrolle bei der Therapie von Bluthochdruck mit Medikamenten notwendig ist. Auch der Verdacht auf „Praxishochdruck“ oder Bluthochdruck durch Stress oder krisenhafte Situationen können Grund genug sein, eine Langzeit-Blutdruckmessung anzuordnen.

Der Arzt erhält neben den einzelnen Messwerten auch einen 24-Stunden-Mittelwert und einen Tagesmittelwert. Damit der Arzt die Blutdruckwerte ordentlich auswerten kann, ist es notwendig, dass er auch weiß, was der Patient alles gemacht hat. Mit einem Tätigkeitsprotokoll, zum Beispiel zu körperlicher Bewegung oder Stresssituationen wie Streit, können verschiedene Werte besser eingeordnet werden. Auch Tätigkeitsphasen und Ruhephasen können so besser den entsprechenden Blutdruckwerten zugeordnet werden. Ebenso ist es für den Arzt wichtig zu wissen, wann Medikamente eingenommen wurden, das gilt nicht nur für die blutdrucksenkenden Medikamente.

Die Langzeit-Blutdruckmessung hat ihren festen Platz bei der Diagnose von Bluthochdruck. Mit ihrer Hilfe ist eine differenzierte Beurteilung des Krankheitsbildes möglich. Die Messungen alle 15 bzw. 30 Minuten, vor allem während der Nacht, können etwas nervig sein. Die Werte können auch, vor allem nachts, etwas verfälscht sein, weil sich die Ruhephase nicht so einstellt wie im normalen Tagesablauf. Auch das starke Aufpumpen der Manschette kann mitunter schmerzhaft sein. Allerdings ist diese Untersuchung ansonsten komplett risikofrei. Die Langzeit-Blutdruckmessung zählt nicht zu den Standarduntersuchungen, wie beispielsweise ein EKG, kann aber bei speziellen Krankheitsbildern wertvolle Hinweise für die Diagnose und die Behandlung der Erkrankung liefern.