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EKG (Elektrokardiogramm)

 

Das EKG zeichnet die elektrischen Aktivitäten der Herzmuskelfasern auf, der elektrische Erregungsablauf des Herzens wird damit dargestellt. Die Elektrokardiografie, so die Langform für EKG, zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens in Form von Kurven auf. Diese Standarduntersuchung ist in der Inneren Medizin sehr wichtig, da anhand der entstehenden Diagramme viele krankhafte Veränderungen erkannt werden können.

Die Untersuchung wird mit einem speziellen Gerät, dem EKG-Gerät, an der Hautoberfläche mithilfe von Elektroden durchgeführt. Dem sitzenden oder liegenden Patienten werden insgesamt zehn Elektroden am Körper befestigt. Für die sogenannte Extremitätenableitung kommt eine Elektrode an jeden Arm und jedes Bein, für die Brustwandableitung werden noch sechs Elektroden im Bereich der linken Brust angebracht. Mittels eines speziellen Gels, das zwischen den Elektroden und der Haut aufgetragen wird, kann die elektrische Leitfähigkeit noch verbessert werden.

Jeder Herzschlag wird von elektrischer Spannung ausgelöst, die normalerweise vom Sinusknoten ausgeht. Der Sinusknoten ist der Taktgeber für die Muskelkontraktionen und verantwortlich für den Sinusrhythmus des Herzens. Natürlich ist die entstehende Spannung dabei minimal, etwa 1/1000 Volt, wird aber vom EKG entsprechend verstärkt, sodass die minimalen Änderungen an der Körperoberfläche gemessen werden können und dann grafisch darstellbar sind.

Mit dieser schmerzlosen und nicht invasiven Methode, also ohne Eingriff, kann die Herztätigkeit überprüft werden. Neben Herzfrequenz und Herzrhythmus kann auch die elektrische Aktivität der Herzkammern und der Herzvorhöfe von den Diagrammen abgelesen werden. Verschiedene Erkrankungen lassen sich mithilfe des EKG diagnostizieren, so beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Störungen der Erregungsleitung oder der Erregungsausbreitung, Verdickungen der Herzwand, Entzündungen von Herzbeutel oder Herzmuskel, Elektrolytstörungen und auch der Herzinfarkt oder Erkrankungen der Herzkranzgefäße. Aber nicht nur die Krankheit selbst lässt sich mit einem EKG diagnostizieren, auch der anschließende Behandlungsverlauf kann so dokumentiert werden.

Ein einfaches EKG wird in Ruhe durchgeführt. Dazu liegt der Patient entspannt auf einer Liege, die Messelektroden werden auf die Haut gesetzt und mit dem EKG-Gerät verbunden. Die ganze Untersuchung dauert normalerweise nur ein paar Minuten, gibt aber Aufschluss zu vielen Erkrankungen. Auch im Notfall kann schnell ein EKG gemacht werden, um beispielsweise eine Herzattacke genauer zu diagnostizieren. Das entstehende Diagramm besteht aus Zacken und Wellen, die ein geübter Kardiologe schnell auswerten kann. Mithilfe eines speziellen EKG-Lineals werden die absolute Höhe, die zeitlichen Abstände, die Steilheit der Zacken und die Dauer abgelesen.

Ein EKG wird nicht nur in der Herzdiagnostik, sondern auch routinemäßig bei Vorsorgeuntersuchungen oder beim Verdacht auf Erkrankungen des Herzens geschrieben. Neben Herzerkrankungen können so auch Störungen des Mineralhaushaltes und des Salzhaushaltes sowie bestimmte Lungenerkrankungen festgestellt werden. Das EKG liefert meist nur Hinweise auf bestimmte Erkrankungen, bei der Diagnose werden auch andere klinische Befunde einbezogen, um so ein Gesamtbild zu bekommen. Nur bei Herzrhythmusstörungen oder Störungen der Erregungsleitung liefert das EKG alleine schon die Diagnosegrundlage.

Es gibt auch Erkrankungen, die bei einem einfachen EKG unentdeckt bleiben, wie Durchblutungsstörungen des Herzmuskels unter körperlicher Anstrengung. Für diese Fälle gibt es ein Belastungs-EKG. Auch ein durchgängiger Sinusrhythmus kann mit einem Ruhe-EKG nicht nachgewiesen werden. Hier wird dann ein Langzeit-EKG durchgeführt, bei dem meist 24 Stunden aufgezeichnet werden. Das EKG ist eine ungefährliche und schnelle Untersuchung, die kostengünstig Hinweise auf ernsthafte Erkrankungen des Herzens liefert.