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Rheumatische Endokarditis

 

Der Name bezeichnet eine Herzkrankheit, bei der die Innenhaut des Herzens entzündet ist. Die Endokarditis tritt als Symptom eines rheumatischen Fiebers auf. Diese Autoimmunerkrankung kann sich durch eine Bakterieninfektion bilden. Ursache dafür ist unter Umständen eine Mandelentzündung. Bis zu 3 Wochen nach dieser Entzündung kann das rheumatische Fieber in Erscheinung treten.

Da die Mandelentzündung ein häufiger Vorläufer der rheumatischen Endokarditis ist, tritt diese verstärkt bei Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 15 auf. Da solche bakteriell ausgelösten Infektionen meist rasch und konsequent behandelt werden, tritt die Folgeerkrankung nur noch selten auf. In anderen Ländern, in denen die Möglichkeiten zur Behandlung einer solchen Infektion schlechter sind, tritt die rheumatische Endokarditis entsprechend häufiger auf.

Aber es gibt auch andere Ursachen dieser Herzinnenhautentzündung. Die verursachenden A- Streptokokken, die beta-hämolysierend sind, führen nicht zu einer Infektion am Herz. Vielmehr lösen sie dort eine Autoimmunreaktion aus. Die Eiweißteile der Erreger ähneln der Oberfläche von Körperzellen. Das Immunsystem möchte nun die Eiweißteilchen bekämpfen, greift jedoch „versehentlich“ die ähnlichen Körperzellen an.

Leider sind die Symptome der Erkrankung nicht eindeutig. Ein beschleunigter Herzschlag zählt dazu. Auch veränderte Herzgeräusche können ein Hinweis sein. Herzrhythmusstörungen und Schmerzen können, müssen aber nicht auftreten. Die rheumatische Endokarditis kann das Herz so einschränken, dass es die Pumpleistung nicht mehr erbringen kann. Eine verminderte Leistungsfähigkeit und Atemnot sind die Folgen. Auch sieht man unter Umständen, dass die Halsvenen hervortreten.

Die linke Herzklappe ist von dieser Krankheit öfter betroffen als die rechte. Das erklärt sich dadurch, dass die Linke mehr beansprucht wird und das infizierte Blut hier als Erstes ankommt. Eine Folge der Krankheit sind verdickte oder vernarbte Klappensegel, die verkleben. So können sie nicht mehr richtig öffnen und werden zerstört. Es entsteht eine Engstelle, durch die die Ventilfunktion eingeschränkt wird.

Andere Anzeichen des rheumatischen Fiebers treten unter Umständen ebenfalls auf. Beispielsweise kann Fieber dazugehören. Typisch ist eine Entzündung, die sich zwischen den Gelenken des Körpers fortbewegt. Geschwollen, heiß und äußerst schmerzhaft treten die Gelenke hervor, und dazu entwickeln sich Hautveränderungen. Auch andere Symptome können auftreten, wie ringförmige Flecken oder druckempfindliche Stellen an den Schienbeinen. Bei Kindern treten zudem unter Umständen kleine Knötchen unter der Haut auf. Diese finden sich meist am Fuß, am Unterarm oder am Beckenkamm. Ein weiteres Symptom, welches auftreten kann, ist Chorea minor. Dabei bewegen sich die Patienten und verziehen auch das Gesicht, ohne dies beeinflussen zu können. Dies tritt auf, wenn das Rückenmark und das zentrale Nervensystem betroffen sind.

Eine frühe Diagnose ist enorm wichtig, da die Krankheit sonst Komplikationen hervorrufen kann. Der zeitliche Zusammenhang mit der auslösenden Infektion sollte beachtet werden. Um die Krankheit erkennen zu können, müssen Haut und Gelenke angesehen sowie das Herz abgehört werden.

Besteht einmal der Verdacht, kann eine Röntgenuntersuchung weiterhelfen. Denn Gelenkveränderungen werden dadurch sichtbar. Das Labor trägt ebenfalls zur Diagnose bei, indem Entzündungsmarker nachgewiesen und Antikörper gegen die ursächlichen Bakterien gefunden werden. Die höchste Konzentration dieser Antikörper findet man nach circa 3-4 Wochen, sodass die Bestimmung hier am besten möglich ist. Außerdem ist es ratsam, die Blutsenkungsgeschwindigkeit zu bestimmen. Weist diese keine Auffälligkeiten auf, ist die Endokarditis ausgeschlossen.