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Perikarditis

 
Perikarditis ist die medizinisch-wissenschaftliche Bezeichnung für eine Entzündung des
Perikards, des Herzbeutels. Die Herzbeutelentzündung kann verschiedene Ursachen und
Auswirkungen haben. In Verbindung mit Kalkablagerungen entsteht daraus das
sogenannte „Panzerherz“ (Pericarditis constrictiva).
 
Da das Herz der Motor des Lebens ist und unseren gesamten Organismus durch den
Blutkreislauf mit Sauerstoff versorgt, wird dieses Organ auch am stärksten beansprucht.
Wenn „die Pumpe“ nicht mehr will, dann ist „Schluss mit lustig“.
Entzündungen wie die Perikarditis müssen deshalb sehr ernst genommen und
unverzüglich behandelt werden. Eine frühzeitige Erkennung dieser Herzkrankheit durch
regelmäßigen Gesundheitscheck (mit Elektrokardiogramm [EKG] und
Phonokardiographie) ist heute medizinisch schon möglich, lange bevor dem Patienten die
ersten Beschwerden zu schaffen machen. Auftretende Beschwerden verlangen eine
gründliche und treffsichere Diagnose, wie sie nur der Facharzt stellen kann.
 
Hauptsächliche Folgeerscheinung der Perikarditis sind oft stechende Schmerzen im
Brustkorb (retrosternal = hinter dem Brustbein), die sich im Liegen, beim tiefen Luftholen,
beim Husten oder bei heftigen Bewegungen noch verstärken können. Möglicherweise
werden die Schmerzen durch Fieber und erhöhte Atemfrequenz (bis zu 100 Atemzüge pro
Minute) begleitet. All dies ist typisch für eine trockene Herzbeutelentzündung (Pericarditis
sicca [fibrinosa]); sog. „Zottenherz“, da fast immer verbunden mit zottenartigen
Ablagerungen (Fibrinen) auf dem Herzbeutel.
 
Eine trockene Herzbeutelentzündung kann aber auch einen weitestgehend schmerzfreien
Verlauf nehmen. Wenn sie nicht entdeckt, sondern verschleppt wird, kann sich daraus
durchaus eine feuchte Herzbeutelentzündung entwickeln.
 
Die häufigste Form der Perikarditis ist die feuchte Herzbeutelentzündung (Pericarditis
exsudativa), bei der sich durch eitrige Ergüsse oder durch Blutzufluß
(Herzbeuteltamponade) Flüssigkeitsmengen im Herzbeutel ansammeln, welche zu
erheblichen Störungen der Funktion des Herzens und schlimmstenfalls zum Herz-
Kreislauf-Stillstand führen können.
Diese zweite und letztendlich lebensgefährlichere Form äußert sich nicht so schmerzhaft
und eindeutig für den Patienten selbst, kann aber vom Facharzt schon im frühen Stadium
am sog. „Lokomotivgeräusch“ des Herzens diagnostiziert werden.
Ohne medizinisches Frühwarnsystem und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen kann
eine Herzbeuteltamponade plötzlich und so schockartig auftreten, kombiniert mit fallendem
Blutdruck, dass daraus ein akuter Notfall wird!
Bei chronischen Herzbeutelergüssen kommen durch die abgeschwächte Leistungsfunktion
beim Blutkreislauf Stauungen dazu, die sich am deutlichsten zeigen durch eine
angeschwollene und vergrößerte Leber, Ödeme an den Beinen und im Bereich der
Halsadern (Vena jugularis).
 
Ursachen der Perikarditis sind in erster Linie Infektionen durch Bakterien oder Viren, wobei
Viren am häufigsten als Erreger auftreten.
Seltener, doch im Rahmen einer Immunschwäche (HIV) möglich, ist die tuberkulöse
Herzbeutelentzündung.
 
Andere wichtige mögliche Ursachen können ein vergangener Herzinfarkt sein,
Magengeschwüre, rheumatische Erkrankungen, Urämie, Tumore mit Tochtergeschwülsten
im Herzbeutel, Lungenabszesse, Bestrahlungen, Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes.
 
Nach dem Gang zum Kardiologen besteht der zweite Schritt zur Genesung bei einer
Perikarditis darin, dass der Patient körperliche Belastungen möglichst vermeidet. Sinnvoll
ist Bettruhe.
Der Kardiologe kann bei einer feuchten Herzbeutelentzündung den Gefahren und
Komplikationen heute relativ problemlos begegnen durch Entnahme (Punktion) oder
Ableiten (Drainage) der Flüssigkeit des Herzbeutelergusses. Er entscheidet, ob eine
Operation erforderlich ist, und verschreibt auch die Medikamente, die zeitnah Schmerzen
stillen und Beschwerden lindern sowie nachhaltig die Ursachen der Entzündung
beseitigen.
 
Wenn eine Perikarditis frühzeitig durch den Facharzt erkannt, therapiert und sorgfältig
beobachtet wird, sind die Heilungschancen grundsätzlich gut.