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Hypotonie (Niedriger Blutdruck)

 

Hypotonie ist der Fachausdruck für niedrigen Blutdruck. Entgegen dem überhöhten Blutdruck hat die Hypotonie meist keine gesundheitlichen Folgen.

In den allermeisten Fällen zeigt die Krankheit keine Symptome. Allerdings können sich Folgeerscheinungen unangenehm bemerkbar machen. Die Beschwerden sind dann meist auf die verminderte Durchblutung des Gehirns zurückzuführen. Immerhin mehr als ein halber Liter Blut kann es sein, der in die untere Körperhälfte versackt. Krampfadern verstärken diesen Effekt noch. Auch eine schlechte Leistung der Muskeln in den Beinen trägt dazu bei. Denn die Muskeln dienen als Pumpe, um das Blut zurück um Herzen zu schicken, das zuvor in die Beine gepumpt wurde.

Diese Mangeldurchblutung im Gehirn macht sich dann unangenehm bemerkbar, beispielsweise durch Sehbehinderungen, das bekannte „schwarz vor den Augen werden“. Auch pochende Kopfschmerzen gehören dazu oder Schwindelgefühl und Bewusstseinstrübungen. Selbst eine Ohnmacht ist möglich.

Die Verminderung der Durchblutung, wie sie durch den unzureichenden Blutdruck entsteht, lässt das sogenannte sympathische Nervensystem aktiv werden. Es sorgt dafür, dass der Körper eine Gegenreaktion startet. Dafür steigt die Herzfrequenz, um dem Blutmangel entgegenzusteuern. Abwechselndes Frieren und Schwitzen sind die Folge. Der niedrige Blutdruck sorgt außerdem für Antriebslosigkeit und extreme Müdigkeit. Weitere Möglichkeiten sind Ohrensausen, kalte Füße und Hände. Trotz der Müdigkeit ist oft Schlaflosigkeit die Folge.

Eine besondere Form des niedrigen Blutdrucks ist das Orthostase-Syndrom. Das Blut „versackt“ hier in den Beinen und kann deshalb nicht durch den Körper bis zum Gehirn gepumpt werden. Steht man plötzlich auf, reicht das Blut nicht, um das Gehirn damit zu versorgen. So rast der Blutdruck nach unten, dem Betroffenen wird schwindelig und er schwankt beim Aufstehen.

Die Diagnose dieser Krankheit ist relativ einfach. Denn eine Blutdruckmessung kann heute jeder zu Hause durchführen. Macht man das regelmäßig, lässt sich ein Trend erkennen, der einen gleichmäßigen oder sehr schwankenden Blutdruck bescheinigt. Eine spezielle Form dieser Messung ist der Schellong-Test. Hier wird die Regulationsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems getestet.

Aufgrund der nicht gefährlichen Symptome und Folgen von Hypotonie ist nicht unbedingt eine Behandlung erforderlich. Allgemeine Maßnahmen sollten schnell Besserung bringen. Erst wenn dies nicht der Fall ist, kann man mit Medikamenten behandeln. Diese allgemeinen Maßnahmen sind beispielsweise regelmäßige sportliche Betätigungen wie Schwimmen oder Radfahren, Bürstenmassagen, die stets zum Herzen hin durchgeführt werden sollten oder Wechselduschen mit kalten und warmen Wasser. Auch Stützstrümpfe können helfen, wenn Krampfadern an den Beinen vorliegen. Überlastung des Körpers sollte genauso vermieden werden wie Übermüdung. Eine regelmäßige ausgewogene Ernährung ist wichtig. Hier wird eine salzreiche Kost empfohlen. Entspannungstechniken wie Yoga für die bessere Bewältigung von Stress sind ebenfalls hilfreich. Die tägliche Flüssigkeitszufuhr wird von vielen vernachlässigt. Hier sollten 2-3 Liter die Regel sein. Kaffee wird zwar für einen niedrigen Blutdruck empfohlen, aber dieser hilft nur vorübergehend. Das erhöhte Liegen im Schlaf ist ebenfalls gut.

Sollte es tatsächlich so sein, dass alle diese Maßnahmen auch nach Wochen keine Besserung bringen, sollte man wiederum den Arzt aufsuchen. Dieser kann dann nach einem geeigneten Medikament suchen. Das kann Fludrokortison sein oder auch Dihydroergotamin und Etilefrin. Welches favorisiert wird, hängt von ihrem Arzt ab. Die Grunderkrankung, durch die die Hypotonie entstand, sollte hier berücksichtigt werden.