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Hypertensive Schwangerschaftserkrankung

 

Hypertensive Schwangerschaftserkrankung bedeutet eine schwangerschaftsbedingte Erkrankung, deren Hauptsymptom im Wesentlichen ein erhöhter Blutdruck ist. Zu dem erhöhten Blutdruck können auch noch weitere Symptome hinzukommen. Der Schwangerschaftshochdruck beginnt allerdings meist erst nach der 20. Schwangerschaftswoche und ist bis zur 12 Wochen nach der Geburt nicht mehr nachweisbar. Die Blutdruckwerte liegen dann bei ungefähr 140 mmHG systolisch (das ist der obere Wert) und bis zu ca. 120 mmHG diastolisch (das ist der untere Wert).

Wenn man zusätzlich zu den erhöhten Blutdruckwerten größere Mengen Eiweiß mit dem Urin ausscheidet, dann spricht man von einer Präeklampsie oder Gestose. Bedingt durch diese Erkrankung kann es zu Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe) kommen. Ödeme sind die Ursache von geschwollenen Füßen und Beinen, jedoch auch von einem aufgeschwemmten Gesicht. Daher kann es in dieser Zeit zu einer Gewichtszunahme von ungefähr 1 kg innerhalb einer Woche kommen.

Nachfolgende Anzeichen sind typische Symptome einer Präeklampsie:

  • erhöhte Leberwerte
  • eventuelle Bauchschmerzen
  • Ausscheidung vom Eiweiß mit dem Urin
  • Flimmern vor den Augen, sowie starke Kopfschmerzen
  • Verminderung der Urinausscheidung (Anzeichen einer Nierenschwäche)
  • Wachstumsverzögerung oder Wachstumsstillstand des ungeborenen Kindes.

Wenn zu diesen Symptomen zusätzlich noch Krampfanfälle hinzukommen, dann spricht man von einer Eklampsie. Der Name "HELLP-Syndrom" kommt dann zum Tragen, wenn Bluthochdruck, erhöhte Leberwerte und eine verminderte Konzentration der für die Gerinnung notwendigen Blutplättchen vorliegen.

Die eigentliche Ursache der hypertensiven Schwangerschaftserkrankung in Verbindung mit ihren Erscheinungsformen (Schwangerschaftshochdruck, Präeklampsie, Eklampsie und HELLP-Syndrom) ist bislang nicht genau bekannt. Es wird angenommen, dass mehrere Faktoren dafür verantwortlich sind. Die hypertensive Schwangerschaftserkrankung kann vererbt worden sein. Bei der Erstschwangerschaft besteht ein Risiko von bis zu 25%, wenn auch die Mutter an dieser Krankheit gelitten hat. Dagegen liegt der Prozentsatz bei bis zu 40%, wenn bereits eine Schwester diese Schwangerschaftserkrankung gehabt hat.

Wenn der Vater des Ungeborenen ebenfalls aus einer Familie stammt, wo diese Erkrankungserscheinung vorkam, dann kann dies ebenfalls ein Risiko darstellen. Daher ist es sehr wichtig, sich während der Schwangerschaft regelmäßig untersuchen zu lassen, um eine eventuelle hypertensive Schwangerschaftserkrankung frühzeitig zu erkennen.

Folgende Untersuchungen werden dann notwendig sein:

  • Suche nach Wassereinlagerungen und Gewichtskontrolle
  • Regelmäßige Blutdruckmessungen und Kontrolle der Herztätigkeit des Kindes durch einen Wehenschreiber
  • Kontrolle von erhöhter Eiweißmenge im Urin und Blutuntersuchungen bezüglich der Gerinnungswerte.

Diese Untersuchungen werden in der Regel einmal wöchentlich in einer frauenärztlichen Praxis durchgeführt. Der Verlauf dieser Erkrankung kann günstig beeinflusst werden, wenn sich die Schwangere körperlich nicht überanstrengt und keinen Stressfaktoren ausgesetzt ist. In einigen Fällen wird der Arzt dann eine Krankschreibung in Erwägung ziehen.

Sollten bereits mehrere Merkmale einer hypertensive Schwangerschaftserkrankung vorhanden sein, sollte sich die Schwangere in ein Krankenhaus einweisen lassen, damit die Ärzte den Verlauf der Erkrankung besser beobachten und eingreifen können.

Die frühzeitige Entbindung stellt die einzige Möglichkeit für die Heilung dar, daher kommt es in bis zu 40% der Erkrankungen zu ausgelösten Frühgeburten.

Ganz wichtig ist es, dass die Krankheitsmerkmale ernst genommen werden, denn sie stellen eine erhebliche Gefahr für die Mutter und für das ungeborene Kind dar. Die Erkrankung kann bei der Mutter und auch bei dem Ungeborenen zum Tode führen. Mit bis zu 25% stellen diese Erkrankungen eine der häufigsten Todesursachen während der Schwangerschaft und auch um die Geburt dar.