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Hirninfarkt

 

Der Hirninfarkt oder auch Schlaganfall, Apoplex, Hirnschlag oder Insult genannt, trifft jährlich rund 200.000 Menschen in Deutschland. Innerhalb der ersten vier Wochen sterben 20 Prozent der Patienten, innerhalb eines Jahres sind es 37 Prozent. Der Schlaganfall ist damit Todesursache Nummer drei in Deutschland, nach Herzinfarkt und Krebs, weltweit steht er sogar auf Platz zwei.

Ein Hirninfarkt wird durch den plötzlichen Verschluss eines Blutgefäßes im Gehirn oder durch eine Hirnblutung ausgelöst. Das betroffene Gehirngewebe erhält zu wenig Sauerstoff und stirbt ab. Davon sind vor allem ältere Menschen betroffen, rund 50 Prozent sind über 70 Jahre alt. In der Folge ist der Hirninfarkt die Hauptursache für Behinderungen oder Pflegebedürftigkeit im Alter.

Die drei typischen Ursachen für einen Hirninfarkt sind Hirngefäßverschluss durch Arterienverkalkung, einen Thrombus, eine Embolie oder Hirnblutungen, dann spricht man auch von einem hämorrhagischen Infarkt, der 20 Prozent der Schlaganfälle ausmacht.

Hauptursache für einen Hirninfarkt ist die Arteriosklerose. Die enger werdenden Gefäße stellen einen Risikofaktor dar, durch die Verengung gelangt weniger sauerstoffreiches Blut ins Gehirn. Wer zusätzlich noch Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder hohe Cholesterinwerte hat, ist besonders stark gefährdet. Eine Embolie entsteht, wenn ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß verstopft. Ein solches Blutgerinnsel, auch Embolus genannt, ist frei beweglich im Blutkreislauf und kann dem Blutstrom folgen. In enger werdenden Gefäßen ist es irgendwann wie ein Stopfen und verschließt das Blutgefäß. Reißt im Gehirn ein Blutgefäß, spricht man von einer Hirnblutung. Plötzlicher Blutdruckanstieg kann zum Einreißen von Blutgefäßen führen, vor allem dann, wenn die Gefäße durch Arteriosklerose oder Diabetes mellitus bereits vorgeschädigt sind. Zu den Risikofaktoren zählen außerdem Herzrhythmusstörungen, das Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht und Bewegungsmangel.

Aufgrund der ungenügenden Sauerstoffversorgung des Gehirns und das Absterben von Nervenzellen sind bestimmte Bereiche nicht mehr miteinander vernetzt, und wichtige Funktionen können ausfallen. Zu den wichtigsten Anzeichen eines Schlaganfalls gehören plötzliche Schwäche oder Verlust der Muskelkraft, was bis zur kompletten Lähmung einer Gesichts- oder Körperhälfte führen kann, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Schluckstörungen, Sehstörungen, Schwindel, Bewusstlosigkeit oder plötzlich auftretende, heftige Kopfschmerzen, die an sich keine Ursachen haben. Wichtig dabei zu wissen ist, dass nicht alle Symptome bei allen Patienten auftreten, das hängt natürlich immer davon ab, welche Regionen im Gehirn betroffen sind.

Bei einem Hirninfarkt ist schnelles Handeln wichtig und kann das Leben retten. Ein Schlaganfallpatient ist immer als medizinischer Notfall zu betrachten, auch wenn die Symptome nur schwach ausgeprägt sind. Es ist umgehend ärztliche Hilfe erforderlich, am besten in den sogenannten Stroke Units, das sind spezielle Schlaganfalleinheiten in Krankenhäusern. Wird ein Schlaganfall innerhalb der ersten drei, besser noch innerhalb der ersten Stunde nach Auftreten der ersten Symptome behandelt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Beeinträchtigungen vollständig zurückbilden können.

Nach genauer Untersuchung der Ursache für den Schlaganfall, zum Beispiel mithilfe einer Computertomographie oder einer Kernspintomographie des Kopfes, kann der Arzt genau feststellen, welche Bereiche betroffen sind und ob weitere Gefäßverengungen vorliegen. Die ersten Maßnahmen sind meist die Verabreichung von Medikamenten, um das Blutgerinnsel im Gehirn zu lösen und die Durchblutung wiederherzustellen. In manchen Fällen sind neurochirurgische Eingriffe notwendig, vor allem wenn Hirnblutungen zugrunde liegen.

Mit einer gesunden Lebensführung und wenigen vorbeugenden Maßnahmen lässt sich das Risiko für einen Hirninfarkt verringern. Durch bewusste Ernährung und regelmäßige Bewegung sinkt das Risiko für Arteriosklerose. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, beispielsweise von Blutdruck und Blutzucker, oder der allgemeine Gesundheits-Check-up, können dabei helfen, Risikofaktoren frühzeitig zu entdecken. Bei den geringsten Anzeichen wie kurz andauernder Lähmung oder Erblindung auf einem Auge, kurzzeitigen Sprachstörungen, Drehschwindel oder plötzlichen Stürzen, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Dadurch kann ein vielleicht nachfolgender Schlaganfall verhindert werden, oder zumindest können die Folgen stark reduziert werden.