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Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

 

Eine Herzmuskelentzündung ist eine akute oder eine dauerhafte (chronische) Entzündung des Herzmuskels. Sie tritt allerdings nicht sehr häufig auf und betrifft sowohl kleine Kinder als auch junge und alte Menschen. Häufig verläuft sie ohne Beschwerden und wird gar nicht erst erkannt. Kommt es allerdings während des Verlaufs der Krankheit zu Komplikationen, können schwere körperliche Beeinträchtigungen die Folge sein. Suchen Sie sich deshalb bei einem Verdacht auf eine Myokarditis ärztlichen Rat.

Wird eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert, sind in etwa der Hälfte aller Fälle Viren für die Entstehung verantwortlich. Meist geht einer Myokarditis eine Grippe, Erkältung oder eine Durchfallerkrankung voraus. Aber auch Bakterien, Parasiten oder Pilze, sowie giftig wirkende Substanzen kommen als Auslöser in Frage. Die Einnahme bestimmter Medikamente, wie beispielsweise Clozapin oder Paracetamol, kann genauso Ursache für eine Erkrankung sein.

Eine akute Herzmuskelentzündung äußert sich oft durch eine Herzmuskelschwäche und einen sich rasch verschlechternden Allgemeinzustand. Herzrasen, Atemnot, Blässe sowie stechende Schmerzen im Brustkorb hinter dem Brustbein sind typische Symptome. Zögern Sie hier nicht und ziehen Sie einen Arzt zu Rate. Weiterhin können Herzrhythmusstörungen hinzukommen, Leber und Milz in Mitleidenschaft gezogen werden. Wird die Myokarditis jedoch früh genug entdeckt, kann sie in der Regel ohne Folgeschäden ausheilen.

Bei einer chronischen Myokarditis hingegen sind die Symptome weniger auffällig. Allgemeine Schwäche, Abgeschlagenheit, Leistungsminderung und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust sind mögliche Kennzeichen. Sie kann jedoch auch ganz ohne Beschwerden verlaufen und damit schwer zu erkennen sein.

Um eine akute Herzmuskelentzündung zu diagnostizieren, bedarf es einer körperlichen Untersuchung und des Elektrokardiogramms (EKG) sowie des Herzultraschalls (Echokardiografie). Ratsam ist auch eine Blutuntersuchung; in einigen Fällen ist eine Röntgenaufnahme oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) sinnvoll. Die Diagnose einer bereits chronischen Herzmuskelentzündung verlangt hingegen manchmal auch eine Gewebeentnahme aus dem Herzmuskel (Myokardbiopsie). Hierüber klärt Sie Ihr Kardiologe gern auf.

Die wichtigste Therapie bei einer diagnostizierten Myokarditis ist die langfristige körperliche Schonung. Treten weitere Symptome auf, wie Herzinsuffizienz oder schwere Atemnot, so bedarf es neben strikter Bettruhe einer gezielten medikamentösen Behandlung. Wichtig ist dabei, die genaue Ursache der Herzmuskelentzündung zu lokalisieren und diese ebenfalls zu behandeln. Deshalb geben Sie bei einem Arztbesuch alle Vorerkrankungen der letzten Zeit an, auch wenn Sie Ihnen selbst nicht relevant erscheinen.

Nur in seltenen Fällen schreitet die chronische Myokarditis so weit fort, dass ein Herzschrittmacher oder eine Herztransplantation erforderlich werden. In den meisten Fällen nimmt eine akute Myokarditis bei entsprechender Behandlung einen guten Verlauf und heilt folgenlos aus, ohne chronische Beschwerden zu verursachen.

Vorbeugen kann man einer Herzmuskelschwäche nicht. Jedoch können Sie das Risiko vermindern, indem Sie sich während und nach Infektionen körperlich schonen, keinen Sport treiben und sich ausreichend Zeit zur Heilung und Erholung nehmen. Auch sollten Sie einen Arzt oder Kardiologen Ihres Vertrauens aufsuchen, wenn entsprechende Symptome auftreten oder auch nach Abklingen des Infekts anhalten.