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Herzbeutelentzündung

 

Die Entzündung des Herzbeutels wird in der Fachsprache Perikarditis genannt. Die Ursachen können recht vielfältig sein. Die äußere Hülle des Herzens besteht aus zwei Häuten. Dazwischen befindet sich ein wenig Flüssigkeit. Diese gesamte Schicht wird Herzbeutel genannt und schützt wie ein Stoffbeutel seinen Inhalt, das Herz, vor Einwirkungen, die von außen auftreffen.

Eine Art der Herzbeutelentzündung wird primäre Perikarditis genannt und von Viren ausgelöst. Die sekundäre Perikarditis dagegen ist die Folge einer anderen Erkrankung, die nicht unbedingt das Herz betreffen muss. Dazu kommt oft noch der sogenannte Herzbeutelerguss. Hier wird Flüssigkeit im Herzbeutel angesammelt. So entsteht ein Druck auf das Herz, der dazu führen kann, dass das Organ in seiner Funktion eingeschränkt wird. Eine Form davon ist als Herzbeuteltamponade bekannt. Das Herz kann den Druck, den es von außen bekommt nicht ausgleichen, und die Organe werden infolgedessen nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Deshalb ist eine solche Herzbeuteltamponade ein medizinischer Notfall, der umgehender Versorgung bedarf.

Über drei Viertel aller Fälle von Herzbeutelentzündung gehen auf Viren zurück. Das können zum Beispiel solche von einer Influenza sein. Oft ist ein Atemwegs- oder Magen-Darm-Infekt vorausgegangen. Mitunter kann zwar eine Herzbeutelentzündung nachgewiesen werden, aber die Erreger bleiben unbekannt. Eine weitere mögliche Ursache der Erkrankung sind Bakterien. Eine Entzündung im Körper, wie beispielsweise im Zahnbereich, kann dafür verantwortlich sein, dass über das Blut Bakterien in das Herz gelangen. Da in diesem Fall meist der oben beschriebene Herzbeutelerguss dazukommt, muss eine Punktion Abhilfe schaffen, bei der die Flüssigkeit, die sich angesammelt hat, abgeleitet wird. In der Folge muss geklärt werden, welches Medikament am wirksamsten eingesetzt wird.

Eine weitere Ursache kann aber auch eine Krebserkrankung sein. Bei Lungen- oder Brustdrüsentumoren oder auch bei Leukämie ist es möglich, dass sich Metastasen im Herzbeutel bilden. Sehr selten ist ein Tumor, der als Primärtumor im Herzbeutel entsteht. In Deutschland sehr selten tritt die tuberkulöse Herzbeutelentzündung auf. Die Tuberkulose hat hier meist auch andere Körperteile befallen, kann aber auch allein im Herzbeutel vorkommen.

Als Nebenwirkung eines Herzinfarktes kann ebenfalls eine Art der Herzbeutelentzündung auftreten, auch nach Operationen oder Verletzungen des Herzens.

Ursache der Entzündung können ebenso Nierenerkrankungen sein. Autoimmunerkrankungen sind ebenfalls mögliche Grundlage für die Entzündung des Herzbeutels. Sogar Medikamente und radioaktive Strahlen kommen infrage.

Die Symptome sind oft leider nicht eindeutig. Fieber und Schwäche, Schmerzen im Brustkorb oder Herzrasen können darauf hinweisen, dass der Patient an einer Herzbeutelentzündung leidet. Die Schmerzen verstärken sich meist durch Bewegung oder ganz flaches Liegen, tiefes Ein-und Ausatmen und Husten. Erleichterung kommt durch aufrechtes Sitzen.

Die Diagnose ist meist nur durch ein EKG möglich. Spezielle weitere Untersuchungen können folgen. Die Therapie besteht vor allem aus körperlicher Schonung. Bettruhe ist ein Muss. Medikamente sind zum Teil sinnvoll, unter Umständen hilft auch eine Operation. Werden Medikamente gegeben, müssen diese genau auf die Ursachen eingehen. Auf alle Fälle sollten entzündungshemmende Tabletten eingenommen werden. Um in speziellen Fällen die Immunreaktion gegen das eigene Gewebe zu verringern, wird mitunter auch ein immun schwächendes Medikament verabreicht. Die Therapie der auslösenden Grunderkrankung darf jedoch nicht aus den Augen verloren werden.