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Gestosen: Bluthochdruckerkrankungen in der Schwangerschaft

 
Eine Form des Bluthochdrucks ist die chronische Hypertonie – ein Bluthochdruck, der bereits
vorhanden ist, bevor eine Schwangerschaft beginnt.
 
Eine schwangerschaftsinduzierte Hypertonie ist eine andere Form des Bluthochdrucks in der
Schwangerschaft. Sie tritt bei etwa 7-10 % aller Schwangerschaften auf.
 
Die schwangerschaftsinduzierte Hypertonie wird auch als Blutvergiftung oder Präeklampsie
bezeichnet. Sie tritt am häufigsten bei jungen Frauen während der ersten Schwangerschaft auf,
insbesondere bei Mehrlingsschwangerschaften und bei Frauen, die bereits während einer früheren
Schwangerschaft eine Gestose hatten.
 
Die Präeklampsie gehört zu den Spätgestosen. Wird sie nicht behandelt kann sie zur
lebensbedrohlichen Eklampsie führen, einer schwere Form des Bluthochdrucks, in Kombination
mit Eiweiß im Urin und Wassereinlagerungen (Ödemen) im Körper. Es kann außerdem zu einer
Mangeldurchblutung der Plazenta, des Gehirns, der Nieren und der Leber kommen. Symptome
sind unter anderem Schwindelgefühle, Ohrensausen, Sehstörungen, geschwollene Hände und
Füße.
 
Eklampsie ist die schwere Form der Hypertonie während der Schwangerschaft. Die
Wahrscheinlichkeit einer Eklampsie liegt bei ungefähr 1:1.600. Sie entwickelt sich in den meisten
Fällen erst gegen Ende einer Schwangerschaft.
 
Das HELLP-Syndrom ist eine Komplikation der schweren Präeklampsie oder Eklampsie. Dieses
Syndrom beinhaltet eine ganze Reihe von physikalischen Veränderungen einschließlich
Zerstörung der roten Blutkörperchen, Veränderungen an der Leber und zum Mangel an weißen
Blutplättchen (Zellen im Blut, die für die Blutgerinnung verantwortlich sind) bei einer bereits
bestehenden Hypertonie (Bluthochdruck).
 
In der Regel weist eine Gestose-Erkrankung drei primäre Merkmale auf:
  • Bluthochdruck (die Werte sind höher als 140/90 mmHg oder ein signifikanter Anstieg eines oder beider Werte)
  • Eiweiß im Urin
  • Ödeme (Schwellungen)
 
Ursachen
Die Ursachen für eine Gestose sind unbekannt.
 
Risikofaktoren
Einige Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Gestose.
 
Zu diesen gehören:
  • eine bestehende Nierenerkrankung
  • Diabetes
  • Gestose in einer früheren Schwangerschaft
  • Alter der Mutter (jünger als 20 oder älter als 40 Jahre)
  • Mehrlingsschwangerschaft
 
Behandlung
Die spezielle Behandlung einer Schwangerschaftshypertonie wird von Ihrem Arzt ermittelt auf
Grundlage:
 
  • der Schwangerschaft, des allgemeinen Gesundheitszustandes und der Krankengeschichte
  • des Ausmaßes der Erkrankung
  • der Verträglichkeit hinsichtlich bestimmter Medikamente, Verfahren oder Therapien
  • den Erwartungen für den Verlauf der Krankheit
 
Die Behandlung beinhaltet:
 
  • Bettruhe (entweder zu Hause oder im Krankenhaus)
  • Krankenhausaufenthalt (falls Fachpersonal und eine spezielle medizinische Ausstattung erforderlich sind)
  • Magnesiumsulfat (oder andere blutdrucksenkende Medikamente für Gestose)
  • fetale Überwachung (für die Gesundheit des Fötus). Dazu kann Folgendes gehören:
    • Aufzeichnung der Kindsbewegungen
    • Überwachung der fetalen Bewegungen. Eine Veränderung der Anzahl oder Häufigkeit kann auf eine Belastung des Fötus hinweisen.
    • Belastungstest - Ein Test, der die fetalen Herzfrequenz misst
    • Biophysikalisches Profil – eine Kombination aus Ultraschalluntersuchung und Belastungstest
    • Doppler-Untersuchungen – eine Art Ultraschall-Untersuchung, um den Blutfluss durch ein Blutgefäß zu messen
    • Laboruntersuchungen von Blut und Urin (Veränderungen, die auf eine mögliche Verschlechterung der Gestose hinweisen)
    • Medikamente, sogenannte Kortikosteroide, die die Entwicklung der Lunge des Fötus unterstützen (eine nicht vollentwickelte Lunge ist ein großes Problem bei Frühgeborenen)
    • Einleitung einer frühzeitigen Geburt (wenn die Gestose durch die Behandlung nicht mehr kontrolliert werden kann und der Fötus oder die Mutter in Gefahr sind). In einigen Fällen wird ein Kaiserschnitt empfohlen.
 
Verhütung einer schwangerschaftsbedingten Hypertonie:
 
Die Früherkennung erhöhter Risikofaktoren für eine schwangerschaftsinduzierte Hypertonie kann
erheblich dazu beitragen, dass Komplikationen vermieden werden. Auch eine umfassende
Aufklärung über die Erkrankung ist wichtig, damit betroffene Frauen entsprechend behandelt
werden und damit verhindert wird, dass eine Verschlechterung eintritt.