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Endokarditis postinfektiös (Symptome)

 

Für die rheumatische Endokarditis oder auch postinfektiöse Endokarditis, eine Herzinnenhautentzündung, ist ein rheumatisches Fieber symptomatisch. Diese Autoimmunreaktion tritt nach einer Infektion als Reaktion auf bestimmte Bakterien auf, häufig sind das Streptokokken, Enterokokken oder Staphylokokken. Die Erkrankung ist jedoch dank der konsequenten Behandlung der entsprechenden Infektionen mit einem Antibiotikum sehr selten geworden in Deutschland.

Die Symptome einer postinfektiösen Endokarditis sind nicht immer eindeutig. Die ersten Symptome treten meist kurz nach einer Mandelentzündung oder einer Rachenentzündung auf. Es kann 10 bis 20 Tage dauern, bis es nach der Streptokokkeninfektion zu einem rheumatischen Fieber kommt.

Hauptsymptome einer postinfektiösen Endokarditis sind eine Tachykardie, also ein beschleunigter Herzschlag, und veränderte Herzgeräusche. Auch Herzrhythmusstörungen und Schmerzen verschiedener Stärke in der Herzgegend können auftreten. In schweren Fällen kommt es zu Atemnot, hervortretender Halsvene und verminderter Leistungsfähigkeit als Folge der Schwächung des Herzens, wenn es die erforderliche Leistung nicht mehr erbringen kann.

Am häufigsten betroffen von der postinfektiösen Endokarditis ist das linke Herz beziehungsweise die linke Herzklappe. Da diese Seite als Erste mit dem infizierten Blut aus dem Körper Kontakt hat, ist sie entsprechend stärker beansprucht. Zu 80 Prozent ist dabei die Mitralklappe betroffen, nur zu 20 Prozent die Aortenklappe. Die Klappensegel verdicken sich oder vernarben infolge der postinfektiösen Endokarditis. Die Klappen selbst werden zerstört oder schrumpfen zusammen. Nach der Infektion kann sich hier eine Engstelle bilden, weil sich die Klappen nicht mehr normal öffnen, auch kann die Herzklappe ihre Ventilfunktion verlieren. Ein erschlaffter Klappenring kann ebenfalls einen solchen Funktionsverlust verursachen.

Die postinfektiöse Endokarditis tritt meist zusammen mit anderen Krankheitsanzeichen für ein rheumatisches Fieber auf, wobei es neben dem Fieber selbst zu allgemeinen Krankheitszeichen kommen kann. Eine akute „wandernde“ Entzündung zunächst der großen später auch der kleinen Gelenke, eine sogenannte Polyarthritis, ist ein typisches Symptom für die postinfektiöse Endokarditis. Sie springt von Gelenk zu Gelenk, dabei werden die betroffenen Bereiche warm, schwellen an und verursachen zum Teil starke Schmerzen. Darüber hinaus entwickeln sich Hautveränderungen, Erythema anulare rheumaticum, das sind rosarote Flecken, die meist flüchtig am Rumpf auftreten, vor allem im Bereich des Bauchnabels, und ring- oder girlandenförmig sein können. Ein weiteres Anzeichen einer Überempfindlichkeit kann ein Erythema nodosum sein. Dabei handelt es sich um rotblaue Flecken an den Schienbeinen, die sehr druckempfindlich sind.

Bei Kindern zeigt sich rheumatisches Fieber außerdem durch kleine, schmerzlose Knötchen unter der Haut, die in fünf bis zehn Prozent der Fälle auftreten können, das sind sogenannte Rheumaknötchen. Diese Knötchen entstehen meist an den Sehnen der Füße, an Knochenvorsprüngen der Unterarme oder am Beckenkamm. Ist das zentrale Nervensystem ebenfalls betroffen, also Gehirn und Rückenmark, was bei 10 bis 15 Prozent der Fälle auftreten kann, kann die Chorea minor als Symptom auftreten. Dabei bewegen sich die Patienten unwillkürlich und ziehen Grimassen.

Ein rheumatisches Fieber kann jedoch auch ohne kennzeichnende Symptome ablaufen. Dann entwickeln sich sehr unspezifische Symptome, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Leistungsminderung oder nächtliches Schwitzen. Dabei besteht die Gefahr, dass eine schwere Herzerkrankung erst einmal nicht erkannt wird. Durch erneut auftretende Entzündungen infolge der unbehandelten postinfektiösen Endokarditis können die bereits vorgeschädigten Herzklappen einen irreparablen Schaden erleiden.