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Perkutane transluminale Koronarangioplastie

 

Statistisch gesehen erleiden jährlich durchschnittlich 0,1 Prozent der Bevölkerung eine Thrombose. Häufiger als Männer sind Frauen von einer Thrombose betroffen. Verschiedene Risikofaktoren spielen dabei eine große Rolle. Eine Thrombose, bei der ein Blutgerinnsel ein Gefäß verschließt, ist in der Regel zurückzuführen auf eine Schädigung der Gefäßwand oder einen verlangsamten Blutfluss. Zudem spielt auch eine Veränderung der Blutzusammensetzung eine große Rolle, da diese eine erhöhte Gerinnungsneigung im Blut bedingen kann. Verschiedene Risikofaktoren können das Entstehen eines Blutgerinnsels begünstigen. Dies kann das Lebensalter sein, Flüssigkeitsmangel und ebenso länger andauernde Bettlägerigkeit. Ebenso natürlich auch Herzschwäche, Übergewicht, Blutgerinnungsstörung und ausgeprägtes Krampfaderleiden.

Wenn eine solche Verengung oder Stenose an den Herzkranzgefäßen oder an anderen wichtigen inneren Organen auftritt, wird eine perkutane transluminale Koronarangioplastie, kurz PTCA in Betracht gezogen. Zu Zeiten vor der PTCA wurde noch eine Thrombolysetherapie durchgeführt, bei der mittels Medikamenten das Gerinnsel aufgelöst wird. Bei diesem Verfahren werden Enzyme, die Thromben und Embolien abbauen können, verwendet. Doch diese Anwendung ist nicht ganz ungefährlich, da diese Medikamente die Blutgerinnung hemmen. Dies könnte verstärkt zu Blutungen führen und im schlimmsten Fall zur Hirnblutung. Diese Therapie wird in Deutschland nur noch selten angewandt, da sich viele Ärzte dieser Nebenwirkungen bewusst sind.

Die perkutane transluminale Koronarangioplastie, kurz PTCA, ist ein Verfahren zur Erweiterung eines verengten Gefäßes mittels eins Ballonkatheters. Im Jahre 1977 wurde die PTCA vom Deutschen Kardiologen Andreas Grüntzig entwickelt.

Ein Katheter wird dabei über einen Führungsdraht in das verengte Gefäß vorgeschoben. Mittels Kontrastmitteluntersuchungen kann man die verengten Gefäße lokalisieren. Der Ballonkatheter wird nach dem Normdurchmesser des Gefäßes gewählt und bis zu seinem Zieldruck mit Flüssigkeit gefüllt. Dieses Verfahren führt zur Aufweitung der Verengung im entsprechenden Gefäß. Mehrfach wird anschließend oder auch primär eine Aufdehnung des Gefäßes anhand einer Stent-Implantation durchgeführt, um ein besseres Primärergebnis zu erreichen. Ein Stent ist ein röhrenförmiges Metallgitter, das als Gefäßstütze funktioniert. Um es einzusetzen, wird auf den Ballon ein Stent montiert und durch den Katheter in das Gefäß bis zur Engstelle vorgeschoben. Mit Hilfe des Ballon- Katheters wird der Stent nun so weit aufgedehnt, dass er eng an der betreffenden Gefäßwand liegt und diese stützt. Danach wird der Ballon abgelassen und mit dem Katheter zusammen zurückgezogen. Der Stent dagegen verbleibt dauerhaft an Ort und Stelle, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten.

Stents geben fortlaufend Medikamente in das Gefäß ab, die verhindern sollen, dass ein Blutgerinnsel entsteht. In mehr als 90% der Fälle wurden behandelten Patienten mit der Ballondilatation geholfen. Es kann jedoch vorkommen, dass die Behandlung wiederholt werden muss, da ein erneuter Verschluss (Stenose) sich gebildet hat. Bei dem Eingriff mit einem Stent ist die Erfolgsrate höher als bei dem Eingriff ohne Stent.

In ganz besonderen Fällen können anstelle des Ballons auch ein rotierendes Mikro-Messer, ein Laser oder ein Sauger an die Katheterspitze angebracht werden, um die Engstelle zu beseitigen. Diese Entscheidung liegt jedoch beim Arzt und je nach der Situation, wo genau sich die Engstelle befindet und aus welchem Gewebe die Wandverdickung besteht.

Sollte die sogenannte Ballondilatation nicht zu einer dauerhaften Verbesserung führen oder sollten mehrere Gefäße betroffen sein, dann kann auch eine Bypass-Operation nötig werden.