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Einsatz von Defibrillatoren

 

In mehr als über 80% der Fälle wird der plötzliche Herztod durch Herzkammerflimmern verursacht.

Dies geschieht nicht nur auf Grund von inneren Ursachen, wie zum Beispiel Herzinfarkt, sondern auch auf Grund von äußeren Ursachen, wie z. B. durch einen Elektrounfall. Der ganz normale rhythmische Herzschlag ist dann nicht mehr möglich, weil die Reizbildung und die Reizleitung im Herzen in eine elektrische Unordnung geraten sind. Dann flimmert das Herz unkoordiniert. Es kommt schlagartig zum Herz-Kreislauf-Stillstand. Nun ist das Herz nicht mehr in der Lage Blut und Sauerstoff zu den lebenswichtigen Organen zu transportieren. Die Folge ist das Absterben der menschlichen Zellen,wobei die Gehirnzellen am empfindlichsten auf den Sauerstoffmangel reagieren. Nach einem Herzkammerflimmern tritt wenige Sekunden später schon die Bewusstlosigkeit ein, und dann setzt die Atmung aus.

Ein Defibrillator soll das Herzkammerflimmern in einen normalen Herzschlag überführen. Die Überlebenschance eines Menschen sinkt mit jeder Minute um 7-10%, denn die Gehirnzellen beginnen nach 3-5 Minuten abzusterben. Dabei sollte man sich vor Augen halten, dass ein ganz normaler Rettungsversuch, auch in gut versorgten Gebieten bis zu 10 Minuten dauern kann. Diese 10 Minuten beinhalten den Anruf beim Notarzt, die Abfahrt des Arztes bis hin zum Eintreffen beim Patienten.

Da diese Zeit eigentlich nicht verkürzt werden kann, können nur Personen, die schon am Unfallort anwesend sind, rechtzeitig Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Eine Wiederbelebung allein kann das Herzkammerflimmern zunächst nicht beenden, dennoch kann der Ersthelfer vor Ort versuchen das Absterben der Gehirnzellen zu verhindern. Nun ist eine zusätzliche und möglichst schnelle Defibrillation die einzige Rettung.

Was passiert bei einem Notruf?
Je eher die Wiederbelebungsmaßnahmen und die Defibrillation durchgeführt werden, desto mehr steigt die Überlebenschance, auf bis zu 70%. Dabei sollte jedoch innerhalb von 3-4 Minuten nach dem Beginn des Herzkammerflimmerns mit der Defibrillation begonnen werden.Der Elektroschock, der bei einer Defibrillation über zwei auf den Brustkorb des Patienten geklebte Elektroden verabreicht wird, bewirkt eine Gleichrichtung des flimmernden Herzens. Nach der erfolgreichen Defibrillation kann das Herz nun wieder geordnet schlagen.

Die Defibrillation wird von Ersthelfern mit einem AED (Automatisierter Externer Defibrillator durchgeführt. Durch die wenigen Bedienelemente ist die Handhabung sehr einfach. Hier werden zwei Flächenelektroden auf dem Brustkorb des Patienten angebracht. Über eine Sprachsteuerung, Text oder auch mittels Piktogramm werden Hinweise zu allen zu tätigenden Schritten mitgeteilt. Sobald die Elektroden auf den Brustkorb geklebt wurden, erfolgt automatisch eine EKG-Analyse. Sollte ein Herzkammerflimmern vorliegen, bekommt man die Aufforderung, mittels Knopfdruck einen Elektroschock auszulösen. Danach gibt das Gerät weitere Anweisungen zur Vorgehensweise. Die Notwendigkeit einer Defibrillation wird somit auch Ersthelfern ohne jegliche EKG-Kenntnisse leicht gemacht, denn dies wird mit moderner Medizintechnik vom AED übernommen. Somit ist eine falsche oder versehentliche Schockausgabe durch einen Ersthelfer ohne Kenntnisse nahezu ausgeschlossen. Ohne dass der AED ein Herzkammerflimmern sicher erkannt hat, erfolgt auch keine Möglichkeit einen Elektroschock auszulösen.

Trotz Anwendung eines AED sollte sofort ein Rettungsdienst alarmiert werden, damit frühzeitig weitere Maßnahmen eingeleitet werden können.

Überlebt ein Patient den Herzstillstand, der durch Kammerflimmern bedingt war, könnte ein implantierbarer Defibrillator ihn vor erneutem, lebensbedrohlichem Kammerflimmern schützen. Das Gerät wird wie ein Herzschrittmacher operativ eingesetzt. Es gibt immer dann einen Elektroschock ab, sobald es eine gefährliche Herzrhythmusstörung wie ein Kammerflimmern erkennt. Dadurch wird der Herzschlag sofort wieder normalisiert. Der implantierbare Defibrillator ist die effektivste Maßnahme, um weiterem Kammerflimmern und damit dem plötzlichen Herztod sicher vorzubeugen.