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ACE-Hemmer

ACE-Hemmer werden vor allem bei Bluthochdruck eingesetzt. ACE steht hier für Angiotensin-Converting-Enzyme (Angiotensin-Verwandlungs-Enzym). Dem körpereigenem Stoff Angiotensin II kommt bei der Entwicklung eines Bluthochdrucks eine entscheidende Bedeutung zu. Dabei wird Angiotensin II von der Niere produziert und als stärkste blutdrucksteigernde Substanz bezeichnet. Folglich sind die Wirkstoffe der ACE-Hemmer, die direkt am Angiotensin II ansetzen, effektive Blutdrucksenker. Allerdings bildet eine spezielle Form des Bluthochdrucks, der sogenannte primäre Hyperaldosteronismus eine Ausnahme. Hier bleiben ACE-Hemmer wirkungslos.

Weitere Anwendungsgebiete der ACE-Hemmer sind Herzmuskelschwächen und Herzinfarkte. Dabei haben Herzinfarktpatienten mit ACE-Hemmern eine geringere Todesfallrate.

Die Wirkstoffe Ramipril, Enalapril, Captopril, Lisinopril, Trandolapril und Perindopril sind die bekanntesten Vertreter der ACE-Hemmer. So ist beispielsweise Ramipril auch für die Behandlung von koronaren Herzerkrankungen mit einem zusätzlichen Risiko für einen Herzinfarkt zugelassen. Zudem können auch krankhafte Gefäßveränderungen an den Nieren, die infolge einer Diabetes mellitus Erkrankung auftreten, günstig beeinflusst werden. Die Nieren werden von den ACE-Hemmern geschützt und verhindern bzw. verlangsamen so das Fortschreiten der krankhaften Veränderungen.

Der Blutdruck wird durch ACE-Hemmer auf drei Wegen gesenkt. Zum einen wird in der Niere mithilfe des ACE aus dem Angiotensin I das blutdrucksteigernde Angiotensin II hergestellt. Alsdann führt die Ausschüttung von Angiotensin II zu einer Zusammenziehung der Blutgefäße, und es folgt eine Blutdrucksteigerung. Durch die ACE-Hemmer kann kein Angiotensin II mehr gebildet werden, sodass dies zur Senkung des Blutdrucks führt. Zum anderen wird durch die Hemmung der Angiotensin-II-Produktion dafür gesorgt, dass mehr Wasser und Kochsalz durch die Nieren ausgeschieden werden. Hierdurch wird das Blutvolumen verringert und der Blutdruck ebenfalls gesenkt. Im dritten Weg wird der Abbau von Bradikinin verlangsamt. Es handelt sich hierbei um einen gefäßerweiternden Eiweißstoff. Durch die ACE-Hemmer kann das Bradikinin länger wirken, und die Gefäße bleiben dauerhaft erweitert. Auch hier sinkt der Blutdruck noch einmal zusätzlich.

Die erweiterten Blutgefäße sowie die gesteigerte Wasserausscheidung senken den Blutdruck und entlasten so das Herz. Da das Herz gegen einen geringeren Gefäßwiderstand arbeitet, braucht es auch weniger Kraft für die Pumpleistung und hat somit Zeit sich zu erholen.

Zudem haben ACE-Hemmer einen positiven Effekt auf den Herzstoffwechsel, da Angiotensin II nicht nur blutdrucksteigernde Eigenschaften besitzt und direkten Einfluss auf die Herzmuskelzellen und Gefäße nimmt. Bei einer schon bestehenden Herzmuskelschwäche, Bluthochdruck oder nach einem Herzinfarkt begünstigt das Angiotensin II den krankhaften Umbau der Herzmuskelzellen und Gefäße. Dabei verdicken sich die Herzwände, die Herzkammer wird vergrößert und die Herzleistung lässt nach. Diesen Umbau können ACE-Hemmer verhindern oder zumindest verlangsamen.

Bei allen ACE-Hemmern kommt es als Nebenwirkung zu einem mehr oder weniger starken Hustenreiz. Dies ist auf die übermäßige Zusammenziehung des Herzens beim Schlag zurückzuführen. Hierdurch kommt es zu einem Rückstau von Blut in die Lunge, sodass aus den Lungengefäßen Flüssigkeit austritt und dies den Hustenreiz bedingt.

Insgesamt unterscheiden sich die Wirkstoffe der ACE-Hemmer hinsichtlich ihrer Dauer und Stärke sowie ihrer Wirkung. Beispielsweise erreicht Captopril den Höhepunkt seiner Wirkung nach ein bis zwei Stunden und verliert seine Wirkung nach acht bis zwölf Stunden. Sämtliche anderen Wirkstoffe benötigen ungefähr drei und sechs Stunden bis zum Höhepunkt der Wirkung, die dann allerdings 12 bis 48 Stunden lang anhält.

Während des zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittels darf die Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmer nicht angewendet werden. Zudem kann es auch schon in der Frühschwangerschaft, also in den ersten drei Monaten, zu Missbildungen des Fötus kommen. Deshalb sollte bei dem Eintritt einer Schwangerschaft unbedingt mit einem Arzt gesprochen werden.